
stadtlandschaft - Mit der Definition Zwischenstadt versucht Sieverts zum einen, die durch Industrie und Zersiedelung verstädterte Landschaft (oder verlandschaftlichte Stadt) außerhalb der traditionellen Stadtkerne zu beschreiben und zu charakterisieren, zum anderen führt er einen neuen Begriff ein, um Planer in diesem Bereich handlungsfähig zu machen, denn mit der Definition und der Handhabung des tradierten Stadtbildes der europäischen Stadt wird man in der künftigen Planung nicht mehr zurecht kommen. Die Zwischenstadt rückt in die Diskussion, bleibt nicht länger ein Überbleibsel des Industriezeitalters.Zu welchen Qualitäten eine intensive Beschäftigung mit diesen Bereichen führen kann, zeigt das Beispiel der IBA Emscher-Park sehr deutlich. Durch Umnutzung und Neudefinition werden aus Industriebrachen Industrielandschaften, aus Stahlruinen Landmarken und aus grauen Zwischenzonen (er)-lebenswerte Anziehungspunkte.Das Standardwerk des aktuellen Städtebaus.
abschied von der alten historischen stadt - ich habe bei tom sieverts an der tu-darmstadt städtebau studiert und dieses buch gilt seit seiner erscheinung als kleine städtebaubibel unter den studenten. sieverts zeigt gut vereinfacht, wie kompliziert und sensibel das thema städtebau sich global verändert hat und wie man selbst als professor für städtebau von traditionellen sichtweisen abschied nehmen muß, um der stadt der dritten moderne eine entwicklungschance zu geben.
dazwischen - Thomas Sieverts hat den Begriff der Zwischenstadt aufgebtracht, um so eine sich ausbreitende, neue Stadtform zu beschreiben - die verstädterte Landschaft oder die verlandschaftete Stadt. Diese Entwicklung hängt mit der zunehmenden Auflösung der kompakten, historischen Stadt zusammen und beschreibt das Phänomen der sich zersplittert ausbreitenden Siedlungsformen. Dieses Buch ist keine Fürspache für diese Entwicklung, sondern beschreibt vielmehr die damit zusammenhängenden Entwicklungen und Planungen. Darüber hinaus soll ein Weg aufgezeigt werden, mit diesen Zwischenstädten umzugehen, wobei auch Perspektiven für eine neue Form der Regionalplanung aufgezeigt werden. Ein interessantes Buch, dass an den zur Zeit aus amerikanischer Richtung aufgekommenen Begriff des urban sprawl (damit ist die extreme Form der Zersiedelung in Amerika gemeint) aufgreift und in europäischer Richtung weiterdenkt. Sicherlich eine Basis für weitere Diskussionen über diese aktuelle Thema.
Versuch einer Begriffsbestimmung von etwas Unbequemem - Die Zwischenstadt, das ist die Weder-Stadt-noch-Land-Zone in der heutzutage immer mehr Menschen leben und leben wollen. Trotzdem ist diese Zone schlecht angesehen, vorallem bei Architekten und Planern. Die Verstellung des Blicks durch den Mythos der alten Stadt: Das Fehlen einer eigenständigen Identität, bei ihren Bewohnern sowie auf dem Feld der Politik, macht einen neuen Blick auf die Zwischenstadt nötig. Das ist Sieverts Motivation zu diesem Buch. Er beschreibt die Sehnsüchte der Zeitgenossen wie die Veränderungen der Landschaften unserer Zeit. Eine Umkehrung: Die offene Landschaft ist zur Binnenfigur innerhalb des Hintergrunds einer Siedlungsfläche geworden. Wer hätte gedacht, dass heute besonders beliebte Landschaften das Ergebnis grosser und gewaltsamer Eingriffe sind. Eine Vorstellung, noch ohne Bild: ein neuer Typ von Kulturlandschaft als bewohnte Landschaft - gegen die Trennung von Natur und Kultur. Gleichzeitiges Leben in der (globalisierten) Welt der Technik und Wirtschaft und der (ortsbezogenen) Welt der kulturellen Identität und Nachbarschaft - Die Simultanität des heutigen Alltags. Die Autoabhängigkeit der Zwischenstadt schliesst Kinder, Alte und Behinderte weitgehend aus, jedoch scheint der heute übliche ÖPNV keine Alternative zum Auto sein zu können. Sieverts sucht eine mögliche Veränderung in der Zwischenstadt aufzuzeigen, über unzählige kleine Schritte, verstanden als kulturelle Aufgabe und er versucht eine Beschreibung und Benennung des Ortes, um den es hier geht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)